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Die Revue

spielt einige Zeit später als jetzt. Das Verhältnis Mensch - Erde gestaltet sich zunehmend problematisch. Der intergalaktische Sicherheitsrat übernimmt auf unbestimmte Zeit die Verwaltung des Planeten und schickt die Menschen in Quarantäne - in den Cyberspace.

Dort können sie nicht nur Kommunikation betreiben und Geschäfte machen, es werden alle Bedürfnisse geregelt, inklusive Kinder kriegen und Beerdigungen. Nach anfänglicher Skepsis sind die Menschen begeistert und nutzen alle Möglichkeiten, die ihnen geboten werden.

Eine Überhitzung der virtuellen Wirtschaft endet schliesslich im Totalabsturz des Cyberspace-Betriebssystems. Wurde es manipuliert? Haben dunkle Hintermänner versucht durch Eingriffe in das System die totale Kontrolle über die Menschheit zu erlangen? Während das Chaos herrscht geht plötzlich ein Entschluss um die Welt: Wir wollen raus aus der Evakuierung, und zwar sofort, und wir möchten friedlich und mit Respekt unsere Erde bewohnen...

Die abendfüllende Revue besteht aus szenischen Elementen, Videokunst, Klangkunst, Musik und Licht. Das Stück definiert sich inhaltlich. Es hat keine Vorbilder und entspricht in dieser Form keinem bisher bekannten Stil.

Einfache, raffiniert dosierte Mittel bieten eine Alternative zur Informations- und Reizüberflutung. Es gibt eine Reihe von Momenten, in denen man 'eine Stecknadel fallen hört'. Der Besucher entdeckt - lustvoll - etwas Neues; er fühlt sich angeregt kreativ zu hören und zu sehen. Was er sieht und hört ist schwebend- vieldeutig, der Phantasie wird viel freier Raum gelassen.

Die Story greift Fakten auf, die längst im Zeitgeist-Gefühl der Menschen angekommen sind: Ohne ein grundsätzliches Umsteuern, ohne einen fundamentalen Wandel besteht das Risiko, die Erde ihrer menschenfreundlichen Funktionen zu entledigen. Das System, nach dem die Erde derzeit bewirtschaftet wird ist auch verantwortlich für "Zivilisationskrankheiten", unter denen immer mehr Zeitgenossen leiden.

Dieser Wandel kann erfahrungsgemäss nicht durch Appelle herbeigeführt oder administrativ verordnet werden. Muss er daher "von innen" stattfinden, im Verhältnis zu Dingen wie Egoismus, Profitstreben, Konkurrenz oder der Ordnung von Macht? Eine radikale Umkehr wäre in diesem Zusammenhang auch die Wieder-Entdeckung der Kooperation als einem Wert, der in zurückliegenden Gesellschaften erfolgreich gelebt wurde und auch heute noch bei einigen Naturvölkern selbstverständlich ist.

Zum Schluss wird die Frage gestellt: Kann die Erde selbst, aus eigener Initiative einen radikalen Wandel herbeiführen? Ist sie sie möglicherweise ein intelligentes, autarkes "Wesen", das Gefühle und eine Orientierung haben kann?

 

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